Vortrag

10. Oktober 2019 - 18:30 Uhr
Ort: 

Gedenkhalle

Dr. Nils Löffelbein:

Zerklüftete Erinnerung - Kriegs- und Opfergedenken von Weimar bis zur Wiedervereinigung

 

Als Erbe der beiden Weltkriege etablierte sich in allen Staaten Europas ein breites Gedenken an den Krieg und seine Opfer. Insbesondere in Deutschland hat sich die gesellschaftliche Erinnerung an die Kriegstoten im Laufe des 20. Jahrhunderts stark gewandelt. Der Vortrag beleuchtet die wechselhafte Geschichte des öffentlichen Gedenkens an Gefallene und Ermordete in den Kriegen des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Wurde der Tod auf dem Schlachtfeld nach dem Ersten Weltkrieg mehrheitlich noch als heldenhaftes Opfer gefeiert, betonte man in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg das erlittene Leid der Soldaten. Später rückten vor allem die Opfer des Holocaust ins Zentrum der westdeutschen Erinnerungskultur. Über Form und Inhalte des Geschichtsgedenken wird bis in die Gegenwart politisch heftig gestritten.

 

Nils Löffelbein studierte Neuere und Neueste Geschichte, der Osteuropäischen Geschichte und Medienwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seine Promotion mit dem Thema "Ehrenbrüger der Nation. Die Kriegsbeschädigten des Ersten Weltkriegs in Politik und Propaganda des Nationalsozialismus" erhielt 2012 den Preis "Beste Dissertation 2012" der Universität. Seitdem mehrjährige Assistenzarbeiten, seit 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Mediezin der Heinrich-Heine-Uniersität Düsseldorf.

 

Foto: Ernst Barlach, Magdeburger Ehrenmal, (1924-1929), © AKG-Images