Termine

Die Gedenkhalle richtet regelmäßig Vortragsreihen zu verschiedenen Themen aus, schwerpunktmäßig zu den Themen Nationalsozialismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.

Weiterhin finden jährlich in und mit der Gedenkhalle Gedenkfeiern zum 27. Januar (Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus), am 1. September (Anti-Kriegstag), am 9. November (Novemberpogrom 1938) und zum Volkstrauertag statt. Nähere Informationen dazu finden Sie im Archiv.
Gern laden wir Schulen, Künstler, Musiker und andere Geschichtsinteressierte zur aktiven Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen ein. Kontaktieren Sie uns bei Interesse!

10. Dezember 2019 - 19:00 Uhr

Kino im Walzenlager, Hansastr. 20, 46049 Oberhausen (Altenberg)


Filmreihe

Mediale Erinnerungskultur 1950 - 1963

 

In der Geschichte der deutschen Erinnerungskultur werden die 1950er-Jahre zumeist charakterisiert als eine Phase der politischen Stagnation und kollektiven Verdrängung. Wirft man einen Blick auf die Kinoprogramme dieser Jahre scheint sich dieser Eindruck zu bestätigen, befassen sich doch nur wenige Filme mit Themen des Dritten Reiches. Ein solcher Blick übersieht jedoch, dass die Prävalenz des Films inzwischen von einem anderen Medium in Frage gestellt wird: dem Fernsehen.

Anhand von Film-, vor allem aber Fernsehbeispielen aus den Jahren 1950 bis 1964 wirft die Filmreihe einen differenzierenden Blick auf diese Jahre und arbeitet die Diskurse einer medialen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Deutschland West und Ost heraus. Der besondere Wert der Filmreihe besteht in der Präsentation von Fernsehproduktionen, die man heute sonst nicht mehr zu sehen bekommen kann.

 

Auch der letzte Abend dieser Filmreihe wird durch den Kurator der Filmreihe, den Filmhistoriker Thomas Hammacher, eingeleitet, der die Filme in ihrem jeweiligen historischen Kontext verortet. Nach der Vorführung besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

 

6. und letzter Filmabend: Der andere Blick: Erinnerungskultur in der DDR

 

Film 1: DIE GERECHTIGKEIT NEHME IHREN LAUF, Sonderbericht zum Globke-Prozess, DDR 1963, Produktion: Deutscher Fernsehfunk, Beitrag in der Sendereihe IM BLICKPUNKT, Länge: 10 Min.

Film 2: DER PROZESS WIRD VERTAGT, DDR 1958, Regie: Herbert Ballmann

 

13. Dezember 2019 - 19:00 Uhr

Gedenkhalle


Vortrag und Diskussion

Prof. Dr. Loretana de Libero

Im Schatten der Wehrmacht? Zum Totengedenken (in) der Bundeswehr

 

Die Bundeswehr ist nach 1955 im Wesentlichen von ehemaligen Wehrmachtangehörigen aufgebaut worden. Im Totengedenken der jungen Streitkräfte standen daher die Gefallenen der beiden Weltkriege über viele Jahrzehnte im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Erst 2009 wurde mit dem „Ehrenmal der Bundeswehr“ in Berlin ausschließlich der im Dienst getöteten oder gestorbenen Bundeswehrangehörigen gedacht.

Der Vortrag beleuchtet personelle und ideelle Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Totengedenken (in) der Bundeswehr. Analysiert werden an ausgewählten Beispielen Entwicklung und Funktion von Form, Sprache und Inhalten der Erinnerungs- und Gedenkkultur im militärischen Raum. Beleuchtet werden soll ferner, ob und auf welche Weise die Auslandsmissionen der Bundeswehr, im Besonderen der ISAF-Einsatz in Afghanistan, das Erinnern und Gedenken in der Bundeswehr (aber und auch in der Zivilgesellschaft) verändert haben.

 

Die Referentin Loretana de Libero ist Professorin für Moderne Militärgeschichte an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Zugleich lehrt sie an der Universität Potsdam. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Emotions-, Rechts- und Gewaltgeschichte. Sie gilt als eine der wenigen Expertinnen zu Fragen der militärischen Erinnerungskultur und hat den Prozess um die neuen Traditionsrichtlinien im Verteidigungsministerium beratend begleitet.

 

Foto: Westfriedhof Oberhausen, © Gedenkhalle